Internationale Vorbereitungsklassen

Die starke Migrationsbewegung der letzten Jahre zeugt von einer großen Vielfalt an Sprachen und Kulturen. Viele Schülerinnen und Schüler bringen unterschiedliche Lernvoraussetzungen und zum Großteil sehr geringe Deutschkenntnisse mit. Oft sind die Kinder und Jugendlichen auch durch ihre individuelle Geschichte und Lebenssituation sozial-emotional belastet und brauchen Zeit, sich in den neuen kulturellen und gesellschaftlichen Kontext einzufinden. Um ihnen die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen und Bildungschancen zu eröffnen, ist es unser höchstes Ziel ihre Sprach- und Schreibkompetenzen schnellstmöglich auszubilden und zu erweitern.

Dies geschieht sowohl im produktiven Bereich (Ausdrucksfähigkeit, Textproduktion) als auch im rezeptiven Bereich (Textverständnis und Hörverständnis) durch das Erlernen und Üben der hierfür notwendigen sprachlichen Mittel (Wortschatz, grammatische Strukturen).

Um die Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen schnellstmöglich weiterzuentwickeln, werden sie an der Geschwister-Scholl-Schule in niveaudifferenzierten Vorbereitungsklassen sowie integrativ in den Regelklassen der entsprechenden Jahrgangsstufen beschult.

Die Vorbereitungsklassen sind so angelegt, dass sie kompetenzorientiert aufeinander aufbauen. Schülerinnen und Schüler ohne Sprachkenntnisse, Lese- und Schreibkompetenzen werden zunächst in einer Vorbereitungsklasse der Niveaustufe 1 Alphabetisiert. Zudem liegt hier der Schwerpunkt auf der Vermittlung des deutschen Basisvokabulars. Mit steigender Niveaustufe erhöht sich natürlich auch der inhaltliche Anspruch sowie die Wochenstunden der Hospitation in den Regelklassen.

Dieses System bietet den Vorteil, dass die Schülerinnen und Schüler individuell und nach ihren Bedürfnissen gefördert und beschult werden können. Während des gesamten Schuljahres besteht die Möglichkeit zwischen den verschiedenen Vorbereitungsklassen zu wechseln, sodass eine optimale Integration in die Regelklasse in kürzester Zeit gewährleistet wird. Bevor die Schülerinnen und Schüler in die Regelklassen integriert werden, nehmen sie mindesten vier bis fünf Wochenstunden an dem Unterricht der entsprechenden Regelklasse teil. Auf diese Weise können die Stärken der Schülerinnen und Schüler in der Regelklasse gefördert und noch bestehende Defizite in der Vorbereitungsklasse ausgeglichen werden.

Um die Entwicklung der Sprachkompetenz zu dokumentieren, wird einmal im Schuljahr eine Sprachstandsfestellung durchgeführt. Die Diagnosetests orientieren sich an dem gemeinsamen europäischen Referenzrahmen und sind inhaltlich auf das gemeinsame Lehrwerk abgestimmt. Er vermittelt den Lehrkräften, den Schüler/innen und deren Eltern objektive Informationen über den relativen Leistungsstand der Schüler. Die Auskunft über die Stärken und Schwächen der Schüler/innen im Hinblick auf bestimmte Lerninhalte macht deutlich, wo Lerndefizite liegen und ggf. behoben werden müssen.

Auch im weiteren Verlauf der Schullaufbahn der Schüler/innen werden diese beim Entwicklungsprozess ihrer sprachlichen Kompetenzen unterstützt. Es wird viel Wert auf differenzierte sprachliche Mittel und binnendifferenzierte Aufgaben gelegt.

Besonders in den Vorbereitungsklassen aber auch im Unterricht der Regelklassen werden den Schüler/innen interessenorientierte und auffordernde Materialien zum Lernen, Üben und Vertiefen bereitgestellt. Der Faktor der Motivation spielt hier eine große Rolle, da es gilt eine große Menge in kurzer Zeit zu lernen. Daher ist es wichtig, mit abwechslungsreichen Medien zu arbeiten, Anreize zu schaffen und Erfolge aufzuzeigen.